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DIE DREI GLEICHEN
DIE MÜHLBURG IN MÜHLBERG:

Sie ist die älteste des imposanten Dreigestirns und wurde als „Castello Muhlenberg“ im Jahr 704 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Geschichte der Mühlburg ist eng mit dem Namen der Heiligen Radegunde (518 – 587) verbunden. Sie war die Nichte des letzten Thüringer Königs Herminafried. Als Kriegsbeute wurde die Dreizehnjährige vom Frankenkönig Chlothar geraubt, erzogen und als vierte Frau geehelicht. Schon bald fl oh sie vom französischen Hof und gründete um 558 in Poitiers ein Kloster, das in jener Zeit Frankreichs bedeutendstes Frauenkloster war. Legenden über Mildtaten und Wunder ranken sich um Radegundes klösterliches Leben als Äbtissin. Im 9. Jahrhundert wurde die Thüringerin heilig gesprochen. Ihr zu Ehren wurde vermutlich im 12. Jahrhundert neben der Mühlburg eine Kapelle errichtet, deren Mauerreste heute noch zu sehen sind. In ihrer Blütezeit diente die Mühlburg vor allem zum Schutz der alten Handelsstraße (Kupferstraße) zwischen Erfurt und Nürnberg. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war sie dem Verfall preisgegeben. Jedoch zeugen noch heute der 22 m hohe und begehbare Burgturm und der 56 m tiefe Brunnen von ihrer einstigen Größe und Bedeutung.


Öffnungszeiten:
März bis Oktober, Mo – Fr 10 – 17 Uhr, Sa/So 10 – 18 Uhr; von November bis Februar ist nur das Außengelände begehbar
DIE BURG GLEICHEN IN WANDERSLEBEN

Die Ersterwähnung der größten der drei Burgen stammt aus dem Jahr 1043. Über sie herrschte bis Mitte des 17. Jahrhunderts das Thüringer Adelsgeschlecht von Gleichen. Danach erging es ihr wie der Schwesterburg in Mühlberg, sie verfiel. Berühmt wurde die Burg durch die Sage vom zweibeweibten Grafen – eine der spannendsten und wohl auch delikatesten aus dem Thüringer Märchen- und Sagenschatz. Danach zog der glücklich mit Ottilia verheiratete Graf Ernst von Gleichen als Kreuzritter ins Morgenland. Er wurde gefangen genommen und lernte die Sultanstochter Melechsala kennen. Beide verliebten sich unsterblich ineinander und flohen nach Rom, wo der Heilige Vater dem Grafen den Segen für seine Zweitehe gegeben haben soll. Die schöne Orientalin folgte ihrem Gemahl auf seine Burg ins Thüringische. Dort empfing Ottilia beide mit offenen Armen und fortan stand auf der Burg eine Bettstatt für drei Liebende. Als historischer Beleg dient eine Grabplatte im Erfurter Dom, auf der jener Graf Ernst mit zwei Frauen abgebildet ist.

Öffnungszeiten:
Januar/Februar Sa/So 9 – 17 Uhr; April bis Oktober täglich 9 – 18 Uhr; März, November/Dezember, täglich 9 – 17 Uhr
VESTE WACHSENBURG IN HOLZHAUSEN

Von den drei Burganlagen ist die vermutlich im 10. Jahrhundert errichtete Wachsenburg die einzig erhalten gebliebene. Sie befindet sich heute in Privatbesitz und wird als Hotel mit Gastronomie und kleinem Museum betrieben. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Veste ständig ihre Besitzer. Einer von ihnen war der berühmt-berüchtigte Ritter Apel von Vitzthum. Er ging als „Teufel und Brandmeister von Thüringen“ in die Welt der Legenden ein. Apel und seine Spießgesellen raubten und brandschatzen nicht nur im Burgenland, sie zogen auch gegen die mächtige und reiche Handelsstadt Erfurt zu Felde. Im Jahr 1472 sollen sie in Erfurt an zwölf Stellen Feuer gelegt haben, so dass mehrere Tausend Häuser, sieben Kirchen und zwei Klöster in Flammen aufgingen. Auch habe Ritter Apel aus purer Bosheit einen Mönch gefoltert und hingerichtet. Vor seinem Tode sprach dieser den Fluch aus, dass sich zum Zeichen seiner Unschuld der Berg neben der Wachsenburg rot wie Blut färben solle. Seither heißt Berg „Roter Berg“. Uneins ist man sich jedoch darüber, ob seine Namensgebung von diesem Fluch herrührt, oder von dem roten Keuperstein.

Öffnungszeiten:
April bis Oktober täglich 10 – 18 Uhr; November bis März täglich 11 – 16 Uhr
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